Die wichtigsten Weinanbaugebiete weltweit.

Frankreich
Bordeaux
Die wichtigsten Weinanbaugebiete in Bordeaux werden traditionell in drei Hauptbereiche unterteilt, die durch die Flüsse Gironde (Mündung), Garonne und Dordogne geprägt sind: das Linke Ufer (Rive Gauche), das Rechte Ufer (Rive Droite) und das Gebiet Entre-Deux-Mers.
Die Unterschiede in Bodenbeschaffenheit und Klima bedingen die Dominanz unterschiedlicher Rebsorten und damit auch die charakteristischen Weinstile.

Linkes Ufer (Rive Gauche)
Das Linke Ufer, westlich der Gironde und Garonne, ist bekannt für seine kies- und schotterhaltigen Böden (genannt graves). Diese Böden speichern die Wärme gut und sind hervorragend entwässert, was ideal für den Cabernet Sauvignon ist. Die Rotweine hier sind in der Regel kraftvoll, tanninreich und besitzen ein ausgezeichnetes Alterungspotenzial.
Médoc (enthält Haut-Médoc)
Region nördlich von Bordeaux. Die Weine sind in der Jugend oft streng und reifen sehr lange.
Cabernet Sauvignon
Pauillac (im Haut-Médoc)
Beherbergt drei der fünf Premier Grand Cru Classés (Lafite Rothschild, Latour, Mouton Rothschild). Weine sind sehr körperreich, komplex und mit satter Tanninstruktur.
Cabernet Sauvignon
Margaux (im Haut-Médoc)
Weine gelten als besonders elegant, fein und samtig, mit floralen Noten. Die Weine des gleichnamigen Châteaus sind das Aushängeschild.
Cabernet Sauvignon
Saint-Julien (im Haut-Médoc)
Weine sind für ihre Ausgewogenheit und Finesse bekannt.
Cabernet Sauvignon
Saint-Estèphe (im Haut-Médoc)
Die Weine sind tendenziell robuster und vollmundiger, oft mit höherem Lehmanteil im Boden.
Cabernet Sauvignon
Graves / Pessac-Léognan
Ältestes Anbaugebiet. Produziert sowohl Rotweine als auch die besten trockenen Weißweine (aus Sauvignon Blanc und Sémillon) von Bordeaux.
Cabernet Sauvignon (Rot), Sauvignon Blanc / Sémillon (Weiß)
Sauternes / Barsac
Weltberühmt für edelsüße Weißweine (Botrytis / Edelfäule) von unglaublicher Aromenkomplexität und Langlebigkeit.
Sémillon, Sauvignon Blanc
Rechtes Ufer (Rive Droite)
Das Rechte Ufer, östlich der Dordogne, zeichnet sich durch ton- und kalkhaltige Böden aus. Diese Böden sind kühler und speichern Wasser besser, was dem Merlot und dem Cabernet Franc entgegenkommt. Die Rotweine sind meist fruchtiger, weicher, vollmundiger und zugänglicher in jungen Jahren als die des linken Ufers.
Saint-Émilion
Bekannt für seine Weine, die voller, sanfter und opulenter sind. Die Stadt selbst ist UNESCO-Weltkulturerbe. Das Klassifikationssystem wird regelmäßig überarbeitet.
Merlot, Cabernet Franc
Pomerol
Kleines, aber prestigeträchtiges Gebiet ohne offizielles Klassifikationssystem. Bringt einige der teuersten Weine der Welt hervor (z.B. Château Pétrus). Die Weine sind oft opulent und von überschwänglicher Merlot-Frucht geprägt.
Merlot
Fronsac / Canon-Fronsac
Produziert ähnliche, aber oft preisgünstigere Merlot-dominierte Weine als Pomerol und Saint-Émilion.
Merlot
Entre-Deux-Mers
Dieses Gebiet liegt zwischen der Garonne und der Dordogne (zwischen zwei Meeren).
Entre-Deux-Mers (AOC)
Hauptsächlich für die Produktion von frischen, trockenen Weißweinen (AOC-Regeln lassen hier nur Weißwein zu) bekannt.
Sauvignon Blanc, Sémillon
Bordeaux / Bordeaux Supérieur
Allgemeine Appellationen, die das gesamte Weinbaugebiet abdecken, meist für einfachere Rotweine. Bordeaux Supérieur hat höhere Anforderungen.
Merlot, Cabernet Sauvignon
Burgund
Die Weinregion Burgund (Bourgogne) ist eine der berühmtesten und komplexesten der Welt. Sie ist bekannt für ihr Terroir-Konzept, das die Einzigartigkeit jeder kleinen Weinlage (genannt Climat) hervorhebt. Im Gegensatz zum Bordeaux, wo Weine oft als Cuvées aus mehreren Rebsorten erzeugt werden, sind Burgunder in der Regel sortenrein:
Rotwein: Fast ausschließlich aus Pinot Noir (Spätburgunder).
Weißwein: Fast ausschließlich aus Chardonnay.
Die wichtigsten Weinanbaugebiete erstrecken sich wie ein schmaler Streifen von Nord nach Süd.
Im Burgund gilt eine lagenbasierte Klassifikation, die von der Qualität der Parzelle (Terroir) und nicht von der Qualität des Weinguts abhängt:
Grand Cru (ca. 1,4%): Die höchste Stufe. Name der Lage ist der einzige geografische Hinweis auf dem Etikett (z.B. Romanée-Conti).
Premier Cru (ca. 10%): Sehr gute Lagen. Der Name der Gemeinde und der Lage stehen auf dem Etikett (z.B. Gevrey-Chambertin 1er Cru Les Cazetiers).
Village (Ortswein, ca. 34%): Weine aus Trauben einer einzelnen Gemeinde (z.B. Pommard).
Régionale (Regionalwein, ca. 54%): Trauben können aus dem gesamten Burgund stammen (z.B. Bourgogne Rouge).

Côte d'Or: Zentrum des burgundischen Ruhms
Die Côte d'Or (dt. Goldküste) ist das Herzstück des Burgund und erstreckt sich über etwa 60 Kilometer. Sie ist unterteilt in die nördliche Côte de Nuits und die südliche Côte de Beaune.
Côte de Nuits (Pinot Noir Hochburg)
Diese nördliche Region ist fast ausschließlich der Produktion von Rotwein aus Pinot Noir gewidmet. Die Weine sind bekannt für ihre Struktur, Tannine und ihr enormes Alterungspotenzial.
Gevrey-Chambertin
Mächtig und tief; oft als "königlich" bezeichnet. Dunkle Frucht (Kirsche, Brombeere), erdig, wild.
Beherbergt 9 Grand Crus, darunter Chambertin und Chambertin-Clos de Bèze – die oft als maskulinsten Pinot Noirs gelten.
Vougeot
Hauptsächlich von der einzigen Grand Cru Lage Clos de Vougeot geprägt. Je nach Teil des Weinbergs variiert der Stil stark.
Der Clos de Vougeot ist ein riesiger, von Mauern umgebener Weinberg, der über 80 verschiedene Besitzer hat.
Vosne-Romanée
Das Prestigereichste Gebiet. Die Weine sind elegant, raffiniert und parfümiert; oft samtig mit Noten von Himbeere, Rose und Gewürzen.
Heimat der berühmtesten und teuersten Grand Crus der Welt: Romanée-Conti, La Tâche, Richebourg.
Nuits-Saint-Georges
Strukturiert, robust, zeigt viel Würze und Tiefe, oft mit einem rustikalen Touch.
Gibt der Côte de Nuits ihren Namen, besitzt aber selbst keine Grand Crus (nur Premier Crus).
Côte de Beaune (Chardonnay Weltklasse)
Die südliche Hälfte der Côte d'Or produziert die besten trockenen Weißweine der Welt (Chardonnay) und sehr gute, aber weichere Rotweine (Pinot Noir).
Aloxe-Corton
Die Weine dieses Hügels sind die Ausnahme. Produziert den einzigen roten Grand Cru der Côte de Beaune (Corton) und den berühmten weißen Grand Cru Corton-Charlemagne.
Rotweine sind kraftvoll; Weißweine sind vollmundig, nussig und mineralisch.
Pommard (Rot)
Strukturiert, dicht und erdig. Die Rotweine benötigen in der Regel viel Lagerzeit, um sich zu entfalten.
Nur Rotwein. Weniger Finesse als Vosne-Romanée, dafür mehr Kraft.
Volnay (Rot)
Gilt als das eleganteste Rotweingebiet der Côte de Beaune. Weine sind seidig, duftig und weniger tanninreich als Pommard.
Nur Rotwein. Oft als der "feminine" Wein der Region bezeichnet.
Meursault (Weiß)
Weißweine sind reichhaltig, vollmundig und buttrig. Typische Aromen sind Haselnuss, Butter und reife gelbe Früchte.
Die Weine haben einen charakteristischen runden Körper und werden oft im Holzfass ausgebaut.
Puligny-Montrachet (Weiß)
Weißweine sind das Nonplusultra der Finesse. Sehr mineralisch, elegant, mit Noten von Kreide und Blumen.
Heimat der Grand Crus Le Montrachet und Chevalier-Montrachet – die Spitze des Chardonnays.
Chassagne-Montrachet (Weiß & Rot)
Weißweine sind etwas kräftiger und erdiger als Puligny, mit Nuancen von Pfirsich und Mango. Produziert auch gute Rotweine.
Der Stil liegt zwischen dem Reichtum von Meursault und der Finesse von Puligny.
Chablis (Die Mineralische Frische)
Chablis liegt isoliert im Norden und bietet einen ganz anderen Chardonnay-Stil als die Côte de Beaune.
Petit Chablis
Weine aus den Hochplateaus mit dem jüngsten Portlandien-Belsenfels.
Am leichtesten und frischesten, mit Zitrusaromen. Für den schnellen Genuss.
Chablis (Basis AOC)
Der Hauptteil der Produktion. Weine aus dem typischen Kimmeridge-Kalkstein.
Klassisch, mit der burgundischen Mineralität und Säure.
Chablis Premier Cru
40 klassifizierte Parzellen (z.B. Montmains, Fourchaume).
Komplexer, konzentrierter und mit gutem Lagerpotenzial.
Chablis Grand Cru
Sieben einzelne, zusammenhängende Lagen (z.B. Les Clos, Vaudésir) auf einem einzigen Hügel.
Die reichhaltigsten und kräftigsten Chablis-Weine. Brauchen Lagerzeit und können oft subtile Holzaromen entwickeln.
Côte Chalonnaise (Der versteckte Schatz)
Die Côte Chalonnaise schließt südlich an die Côte de Beaune an. Sie produziert sowohl hervorragende Rot- als auch Weißweine, die oft früher trinkreif sind und im Vergleich zur Côte d'Or deutlich günstiger.
Boden und Klima: Ähnliche Kalk- und Tonböden wie an der Côte d'Or, aber die Hügel sind flacher und das Klima ist geringfügig kühler.
Hauptrebsorten: Pinot Noir (etwa 75% der Produktion) und Chardonnay.
Weinstil im Vergleich zur Côte d'Or: Die Weine besitzen die typische burgundische Eleganz, sind aber in der Regel weniger konzentriert und zeigen einen fruchtbetonteren, zugänglicheren Stil. Es gibt hier keine Grand Crus, aber zahlreiche Premier Crus.
Mercurey
Die wichtigste Rotwein-Appellation. Kraftvolle, würzige Pinot Noirs mit guter Lagerfähigkeit, ähnlich einem leichten Côte de Nuits.
Produziert etwa 60% Rotwein. Viele Premier Crus Lagen.
Givry
Elegante, oft dichtere Rotweine mit feiner Tanninstruktur und ausgeprägten Kirsch- und Himbeeraromen.
Eher kleiner und auf Rotwein spezialisiert.
Rully
Bekannt für cremige, aber frische Chardonnays und leichte, fruchtbetonte Pinot Noirs.
Heimat der berühmten Crémant de Bourgogne (Schaumwein). Gut für Chardonnay.
Montagny
Ausschließlich Weißwein (Chardonnay). Weine sind lebendig, zeigen Noten von grünem Apfel und Haselnuss.
Die Appellation ist nur für Chardonnay zugelassen. Viele Premier Crus.
Bouzeron
Die einzige Village-Appellation in Burgund, die ausschließlich die Rebsorte Aligoté produziert.
Der Wein ist mineralisch, zitronig und wird oft als Aperitif (Kir-Basis) getrunken.
Mâconnais (Die Chardonnay-Basis)
Das Mâconnais liegt südlich der Côte Chalonnaise und ist das größte Anbaugebiet Burgunds. Es ist fast ausschließlich auf Weißwein spezialisiert und produziert die Basiskwalität für viele Burgunder.
Boden und Klima: Die Böden sind vielfältiger (Kalkstein, Ton, Granit). Das Klima ist spürbar wärmer als im Norden, mit mediterranem Einfluss.
Hauptrebsorte: Über 80% Chardonnay.
Weinstil im Vergleich zur Côte d'Or: Die Chardonnays sind runder, voller und fruchtiger, mit Aromen von reifer Birne, Melone und Honig. Sie sind meist weniger säurebetont und mineralisch als die Weine aus Chablis oder der Côte de Beaune.
Mâcon / Mâcon-Villages
Basisqualität für trockenen Chardonnay. Frisch, leicht und unkompliziert. Perfekter Alltagswein.
Mâcon-Villages ist eine Sammelbezeichnung für die besseren Weißweine aus bestimmten Dörfern.
Viré-Clessé
Weißwein. Ausgewogene Chardonnays mit knackiger Säure und reifer Frucht. Oft mit blumigen Noten.
Eine der vier sogenannten "Cru"-Appellationen des Mâconnais.
Saint-Véran
Weißwein. Ähnlich wie Pouilly-Fuissé, aber oft etwas leichter und frischer. Die Weinberge umgeben oft die Lagen von Pouilly-Fuissé.
Die Weinberge liegen südlich und nördlich des prestigeträchtigen Pouilly-Fuissé.
Pouilly-Fuissé
Die Spitzenappellation des Mâconnais. Weine sind komplex, cremig und vollmundig, mit Aromen von Pfirsich und einer ausgeprägten Mineralität.
Wurde 2020 mit seinen besten Lagen zum Premier Cru erhoben (die ersten Premiers Crus des Mâconnais).
Italien
Toskana
Die Toskana ist eine der berühmtesten und renommiertesten Weinregionen der Welt. Ihre Besonderheiten liegen in der Kombination aus historischer Tradition, einzigartigem Terroir, der Dominanz einer Schlüsselrebsorte und der Entwicklung moderner Spitzenweine.
Die Toskana profitiert von einem mediterranen Klima im Küstenbereich (Maremma) und einem kontinentaleren Klima im hügeligen Inland (Chianti), das durch warme Tage und kühle Nächte gekennzeichnet ist.
Die sanften Hügellandschaften bieten optimale Bedingungen für den Weinbau (Hanglagen, Sonneneinstrahlung).
Die Böden sind sehr vielfältig und reichen von kalkhaltigem Mergel (Galestro und Alberese) und Ton im Chianti bis zu lehmigen und sandigen Böden an der Küste. Diese Vielfalt trägt zur Komplexität der Weine bei.

Das Kernland des Sangiovese (Die Klassiker)
Diese Gebiete liegen im bergigen Inland und sind die Heimat der traditionellen, lagerfähigen Rotweine aus der Rebsorte Sangiovese.
Chianti Classico
Das historische Kerngebiet zwischen Florenz und Siena. Die Weine müssen mindestens 80% Sangiovese enthalten und sind durch das Symbol des Gallo Nero (Schwarzer Hahn) auf dem Flaschenhals gekennzeichnet. Höhere Qualitätsstandards als der generische Chianti.
Dominiernde Rebsorte: Sangiovese
Brunello di Montalcino
Einer der exklusivsten Rotweine der Welt. Wird 100% aus Sangiovese (hier oft als Brunello bezeichnet) gekeltert und hat extrem lange Reifezeiten vorgeschrieben (mindestens 5 Jahre insgesamt, davon 2 Jahre im Fass). Bekannt für Tiefe, Eleganz und Lagerfähigkeit.
Dominiernde Rebsorte: Sangiovese
Vino Nobile di Montepulciano
Ein eleganter Rotwein aus der Gegend um die Stadt Montepulciano. Muss zu mindestens 70% aus Sangiovese (hier auch Prugnolo Gentile genannt) bestehen. Er ist oft zugänglicher als der Brunello, besitzt aber ebenfalls großes Alterungspotenzial.
Dominiernde Rebsorte: Sangiovese
Die Küstenregion Bolgheri und die Supertoskaner
Das Gebiet an der tyrrhenischen Küste (Maremma) hat durch seinen sandig-kiesigen Boden und das milde Meeresklima ideale Bedingungen für internationale Rebsorten geschaffen und wurde zum Zentrum der "Supertoskaner"-Bewegung.
Bolgheri DOC
Heimat vieler Supertoskaner wie Sassicaia, Ornellaia und Masseto. Diese Weine sind oft Bordeaux-Stil-Cuvées und zählen zu den teuersten und international angesehensten Weinen Italiens.
Dominiernde Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc.
Supertoskaner
Dies ist kein offizielles Anbaugebiet, sondern ein Sammelbegriff. Ursprünglich als einfache IGT Toscana (Landwein) klassifiziert, weil sie von den traditionellen DOCG-Regeln abwichen (z.B. durch 100% Cabernet Sauvignon oder Barrique-Ausbau). Sie symbolisieren die Qualitätsrevolution der Toskana.
Dominiernde Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Merlot, z.T. auch Sangiovese.
Piemont
Das Piemont gilt als das „Burgund Italiens“ und zeichnet sich durch seine extrem hohe Dichte an Qualitätsweinen (DOC/DOCG) und die konsequente Fokussierung auf wenige, autochthone Rebsorten aus.
Die "Königsrebsorte" Nebbiolo ist die edelste Rebsorte, die die langlebigsten und tanninreichsten Weine Italiens hervorbringt.
Die Königsweine Barolo DOCG ("König") und Barbaresco DOCG ("Königin") sind die Spitzenweine, beide 100% Nebbiolo, aber mit unterschiedlichen Reifezeiten und Stilistiken (Barolo ist mächtiger, Barbaresco eleganter).
Die Alltags-Rotweine sind Barbera (hohe Säure, fruchtig, weiche Tannine) und Dolcetto (niedrige Säure, sanfte Tannine) bieten zugänglichere und früh trinkreife Alternativen zum Nebbiolo.

Nebbiolo (Langhe)
Das Herz des piemontesischen Weinbaus liegt in den Langhe-Hügeln südlich des Flusses Tanaro. Die Nebbiolo-Traube ist die Grundlage für die zwei berühmtesten und langlebigsten Weine Italiens.
Barolo DOCG
Der "König der Weine". Bekannt für seine mächtige Struktur, hohe Tannine und Säure, benötigt er eine lange Lagerung (mind. 38 Monate, davon 18 Monate im Holzfass). Entwickelt komplexe Aromen von Teer, Rosen, Trüffeln und Leder.
Dominiernde Rebsorte: Nebbiolo.
Barbaresco DOCG
Die "Königin der Weine". Ähnlich wie der Barolo, aber die Weine sind aufgrund des sandigeren Bodens und des wärmeren Mikroklimas eleganter, feiner und früher zugänglich (mind. 26 Monate Reife, davon 9 Monate im Holzfass).
Dominiernde Rebsorte: Nebbiolo.
Roero DOCG
Liegt nördlich des Tanaro. Die Weine sind duftiger und noch früher trinkreif als Barbaresco, da die Böden hier ausgesprochen sandig sind. Roero DOCG umfasst auch den wichtigsten Weißwein aus der Rebsorte Arneis.
Dominiernde Rebsorte: Nebbiolo (Rotwein), Arneis (Weißwein).
Barbera und Dolcetto (Monferrato & Alba)
Neben dem Nebbiolo gibt es zwei weitere dominierende, autochthone rote Rebsorten, die volkstümlichere und zugänglichere Weine liefern:
Barbera d’Asti DOCG
Bekannt für seine lebendige Säure und weiche Tannine. Er ist ein Allrounder, der oft zu italienischen Speisen getrunken wird. Die Version aus Asti gilt oft als etwas feiner und strukturierter als die aus Alba.
Dominiernde Rebsorte: Barbera.
Barbera d’Alba DOC
Wird oft in der gleichen Region wie Barolo und Barbaresco angebaut, ist aber schon früh trinkreif und fruchtiger (Noten von Kirsche und Pflaume).
Dominiernde Rebsorte: Barbera.
Dolcetto d’Alba DOC
Trotz des Namens ("die kleine Süße") ist er trocken. Er ist der unverbindlichste Rotwein des Piemonts, mit geringer Säure, sanften Tanninen und Aromen von schwarzen Kirschen und Mandeln. Er wird traditionell jung getrunken.
Dominiernde Rebsorte: Dolcetto.
Trentino-Südtirol
die bergige Region Trentino-Südtirol (offiziell Trentino-Alto Adige auf Italienisch) ist einzigartig in Italien, da sie eine starke österreichisch-deutsche Prägung besitzt.
Die Region zeichnet sich durch ihre „Doppelidentität“ aus.
Südtirol (Alto Adige) mit Fokus auf alpine, aromatische Weißweine (Gewürztraminer, Pinot Grigio) und leichte, elegante Rotweine (Vernatsch, Lagrein). Kalte Alpenwinde treffen auf mediterrane Einflüsse, was zu großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht führt, die die Aromen und die Säure in den Trauben konservieren.
Sowie Trentino mit Fokus auf Schaumwein (Trento DOC) und autochthone, strukturierte Rotweine wie den Teroldego.
Die beiden Weinanbaugebiete unterscheiden sich klimatisch und stilistisch stark.

Südtirol (Alto Adige)
Südtirol, der nördliche Teil, ist bekannt für seine alpinen Bedingungen und seine exzellenten Weißweine sowie leichte Rotweine. Hier wird vorwiegend Deutsch gesprochen und der Weinbau ist oft kleinstrukturiert.
Südtirol DOC
Das gesamte Gebiet, das hauptsächlich Qualitätsweißweine und elegante Rotweine produziert. Die Weine sind bekannt für ihre Frische und Mineralität, dank der alpinen Höhenlagen.
Dominiernde Weißwein Rebsorten: Pinot Grigio, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer, Chardonnay.
Kalterer See DOC
Speziell für den Weinbau um den Kalterer See. Die Rotweine sind leicht, fruchtig und süffig. Sie werden oft jung und leicht gekühlt getrunken.
Dominiernde Rotwein Rebsorte: Vernatsch (Schiava).
St. Magdalener DOC
Liegt bei Bozen. Weine sind eleganter und körperreicher als der Kalterer See. Ein traditioneller, leichter Rotwein aus Vernatsch (mit geringen Anteilen Lagrein).
Dominiernde Rotwein Rebsorten: Vernatsch (Schiava) und Lagrein.
Eisacktal DOC
Höchstgelegenes Anbaugebiet Europas. Spezialisiert auf extrem frische, aromatische Weißweine. Die Weine sind sehr mineralisch und säurebetont.
Dominiernde Weißwein Rebsorten: Sylvaner, Kerner, Müller Thurgau.
Trentino
Das Trentino, der südliche Teil um die Stadt Trient, ist ebenfalls bergig, aber klimatisch wärmer und wird vom Gardasee beeinflusst. Es ist berühmt für seinen Schaumwein und den autochthonen Teroldego Rotaliano.
Trento DOC
Der wichtigste Schaumwein-Bereich außerhalb der Champagne. Muss nach der klassischen Flaschengärung (Metodo Classico) hergestellt werden. Die Weine sind bekannt für ihre feine Perlage und Komplexität (Markenname z.B. Ferrari).
Dominiernde Rebsorten: Chardonnay, Pinot Nero (Pinot Noir), Pinot Bianco.
Teroldego Rotaliano DOC
Das Paradebeispiel für autochthone Trentiner Rotweine. Der Wein ist tiefdunkel, fruchtbetont (Beeren), leicht würzig und hat eine samtige Textur. Er wird auf der Schwemmlandebene des Flusses Etsch angebaut.
Dominiernde Rebsorte: Teroldego.
Trentino DOC
Ein Sammelbegriff für die meisten Weine der Region. Hier finden sich oft hochwertige reinsortige Weine (Varietale), insbesondere aus internationalen Sorten.
Dominiernde Rebsorten: Chardonnay, Pinot Grigio, Marzemino (Rotwein).
